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Sprossen - Vitamine im Mini-Format

Leider besitze ich weder einen grünen Daumen noch einen Garten. Vor einiger Zeit habe ich deshalb begonnen, Keimlinge und Sprossen ganz einfach in unserer Küche zu ziehen. Es macht Freude, die kleinen Pflänzchen wachsen zu sehen und sie das ganze Jahr über frisch über verschiedenste Gerichte zu geben. Zudem sehen die kleinen Kraftpakete auch noch toll aus.

 

Sprossen und Keimlinge wachsen aus Hülsenfrüchten, Getreide, Nüssen oder Gemüsesamen. In ihnen steckt alles, was eine Pflanze zum Wachsen braucht: Mit etwas Wasser, Licht und Zeit spriessen wahre Kraftpakete heran. Sie sind verträglicher als Samen und nährstoffdichter als die ausgewachsenen Pflanzen.

     

Ich verwende Keimling und Spross hier als Synonyme, tatsächlich bezeichnen die beiden Begriffe aber leicht unterschiedliche Wachstumsstadien bzw. Teile der Mini-Pflanze. Gesund und lecker sind sie beide :-).

 

Wieso sind Sprossen und Keimlinge so gesund?

 

Sprossen und Keimlinge sind reich an gesunden Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Durch die Keimung vervielfachen sich die Vitamine aus dem Samen. Das betrifft vor allem die Vitamine B1 und B2, Niacin, aber auch die Vitamine C und E. Die Konzentration der Vitamine und Mineralstoffe ist in Sprossen meist mindestens doppelt so hoch wie in ausgewachsenen Pflanzen. Da sich die meisten Sprossen und Keimlinge roh genießen lassen, gehen bei der Zubereitung zudem keine der gesunden Vitalstoffe durch Hitze verloren. Ein weiterer Vorteil der Keimung liegt im Abbau der Phytinsäure. Diese kommt in Hülsenfrüchten und Getreide vor und hemmt die Aufnahme von Mineralstoffen im Körper. Während der Keimung wird Phytinsäure abgebaut, sodass die im Keimling enthaltenen Mineralstoffe besser  aufgenommen werden können als aus dem Samen. 

 

      

Perfekt für Anfänger: Die Kresse

 

Kresse lässt sich besonders einfach und schnell auf einem Stück Watte ziehen. Wie andere Sprossensorten ist auch Kresse vollgepackt mit gesunden sekundären Pflanzenstoffen. Die Farb- und Aromastoffe die die Pflanze schützen, wirken auch im menschlichen Körper. Sie sollen Herz-Kreislauf-Erkrankungen helfen, den Blutzuckerspiegel senken und gegen Entzündungen und Bakterien wirken.

      

Kleine Superhelden

 

Kreuzblütler wie Kresse, Rucola, Radieschen und Brokkoli gelten aufgrund ihres Gehalts an Senfölen als sehr gesund. Eine besondere Stellung nehmen dabei Brokkoli-Sprossen ein. Aus ihnen lässt sich das Senföl Sulforaphan gewinnen, welches aktuell in der Krebsforschung viel Aufmerksamkeit erfährt und das Krebswachstum hemmen soll.

     

Wohin mit den Sprossen?

 

Sprossen und Keimlinge lassen sich in verschiedenen Gefässen ziehen. Für den Anfang eignen sich am besten Sprossengläser. Sie nehmen wenig Platz weg und lassen sich sehr gut reinigen. Ich ziehe darin z.B. Alfalfa Sprossen, die unkompliziert und mild im Geschmack sind. Auch fertige Sprossenmischungen aus dem Handel sind gut geeignet, denn sie sind von der Keimdauer her aufeinander abgestimmt.

 

Um die Samen zu aktivieren, werden sie zunächst ein paar Stunden lang eingeweicht und danach in das Keimglas gefüllt. Je nach Sorte müssen die Keimlinge etwa zwei Mal pro Tag gut gespült werden. Sie benötigen das Wasser zum Wachsen, aber auch, damit sich kein Schimmel oder schädliche Keime ansetzen können.

 

Das Wasser lässt man durch das Sieb des Keimglas ablaufen und stellt das Glas dann schräg an einen hellen und nicht zu warmen Ort. Bereits nach ein paar Tagen sind die Sprossen erntereif.

 

Im Netz findest Du für die verschiedenen Sprossenarten wertvolle Hinweise zur Anzucht, Aufbewahrung und Verzehr. Es lohnt sich definitiv, sich einzulesen, da sich die Sprossenarten bzgl. der optimalen Anzucht unterscheiden.

 

Noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss

     

Sprossen standen in den letzten Jahren immer wieder in Verdacht, Krankheiten zu übertragen Sprossen und Samen sind prinzipiell anfällig für gesundheitsschädliche Keime und Hygiene ist deshalb bei der Zucht zwingend. Immungeschwächte, Schwangere und Kinder sollten Sprossen und Samen zur Sicherheit nicht roh verzehren. Einige Hülsenfrüchte wie Kichererbsen sollten vor dem Essen generell blanchiert werden. Im Netz findest Du für die verschiedenen Sprossenarten wertvolle Hinweise zur Anzucht, Aufbewahrung und Verzehr.

 

Hast Du schon Sprossen gezüchtet? Wofür verwendest Du sie?

   

Herzlichst, Deine Fräulein Fein 

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Kommentare: 1
  • #1

    Maria (Dienstag, 14 Mai 2019 20:32)

    Vielen Dank für den tollen Beitrag